Keuchhusten

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Keuchhusten

Keuchhusten, der auch Pertussis genannt wird, ist hochansteckend und eine der weltweit häufigsten Infektionserkrankungen der Atemwege.1 Wer ist besonders gefährdet, daran zu erkranken? Wer sollte sich impfen lassen? Alles Wissenswerte rund um die Erkrankung lesen Sie hier!

Keuchhusten-Erreger

Fakten zu Keuchhusten-Infektionen

  • Für Keuchhusten charakteristisch sind krampfartige Hustenanfälle und keuchende Geräusche beim Einatmen.1
  • Hustenanfälle treten häufiger nachts als tagsüber auf.1
  • Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind die Symptome häufig untypisch1, sodass die Diagnostik im Labor eine entscheidende Rolle spielt2.
  • Keuchhusten ist keine reine Kinderkrankheit. Etwa zwei Drittel aller Erkrankungen treten bei Personen über 18 Jahren auf.2
  • Nach durchgemachter Erkrankung können sich Menschen jeden Alters erneut anstecken.1

Keuchhusten – was ist das?

Wie verbreitet ist Keuchhusten in Deutschland?

Wie kommt es zur Ansteckung?

Wie lange ist man ansteckend?

Wie äußert sich der Keuchhusten?

Der Keuchhusten verläuft üblicherweise in 3 Stadien:1

  1. Erkältung (Dauer 1 – 2 Wochen)
    Charakteristisch sind leichte Erkältungsbeschwerden mit Husten, Schnupfen und Schwächegefühl. Fieber tritt nur selten auf.
  2. Keuchhusten (Dauer 4 – 6 Wochen)
    Typisch ist ein langwieriger, trockener Husten mit anfallsweisen, krampfartigen Hustenattacken, die häufig mit einem keuchenden Geräusch beim Einatmen einhergehen. Dabei treten die quälenden Hustenanfälle häufiger nachts als tagsüber auf. Diese führen oft zum Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen können diese typischen Hustenanfälle fehlen. Fieber tritt nur selten auf. Betroffene können zusätzlich unter Appetit- und Schlaflosigkeit leiden.
  3. Erholungsphase (Dauer 6 – 10 Wochen)
    In dieser Phase nehmen die Hustenanfälle allmählich ab. Kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Zigarettenrauch können jedoch noch monatelang einen Reizhusten auslösen.

Wer ist besonders gefährdet und welche Komplikationen können auftreten?

Wie wird Keuchhusten festgestellt?

  • Mykoplasmen2 (Bakterien, die u. a. die Atemwege infizieren und eine Bronchitis oder Lungenentzündung verursachen können7),
  • Chlamydien2 (Bakterien, die z. B. zu Atemwegs-Infektionen führen und u. a. eine Bronchitis oder Lungenentzündung auslösen können8),
  • oder anderen Bakterien, die mit dem Keuchhusten-Erreger verwandt sind und zu ähnlichen Symptomen führen können2.

Im Labor kann aus Proben der Patient:innen der Krankheitserreger nachgewiesen werden. Dies sollte in den ersten 2 bis 3 Wochen nach Einsetzen des Hustens erfolgen.2

Wie wird Keuchhusten behandelt?

Wenn bei Patient:innen ein Keuchhusten festgestellt wurde, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin ein Antibiotikum verschreiben. Frühzeitig eingenommen, kann dieses die Hustenerkrankung verhindern oder abschwächen. Nachdem die Hustenattacken aufgetreten sind, können Antibiotika zwar den Krankheitsverlauf nicht verkürzen, jedoch die Dauer der Ansteckungsfähigkeit verringern und somit auch die Ausbreitung.1

Auch ungeimpfte Personen, die Kontakt mit einem oder einer an Keuchhusten Erkrankten hatten, sollten vorsorglich mit einem Antibiotikum behandelt werden, damit die Krankheit nicht ausbricht. Das gilt auch für Geimpfte, die engen Kontakt zu gefährdeten Personen wie Säuglingen und ungeimpften Kleinkindern haben. Geimpfte können weiterhin andere anstecken.1

5 Tipps für den Erkrankungsfall

  1. Vermuten Sie, an Keuchhusten erkrankt zu sein, sollte die Arztpraxis vor dem Besuch über Ihren Verdacht informiert werden.1
  2. An Keuchhusten Erkrankte sollten vorsorglich von Gesunden räumlich getrennt werden und den Kontakt mit Säuglingen, Kleinkindern oder Senioren:innen vermeiden.1
    Kinder und Erwachsene mit Verdacht oder bestätigtem Keuchhusten dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten vorübergehend nicht besuchen / dort arbeiten und müssen die Einrichtung über die Erkrankung informieren.1
  3. Kinder sollten während der Hustenanfälle aufrecht mit leicht vorgebeugtem Kopf sitzen.1
  4. Viel trinken – das kann helfen, den trockenen Husten zu lindern.1
  5. Wegen des Würgereizes und Erbrechens ist es besser, kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen.1

Wer wird wann gegen Keuchhusten geimpft?

  • Die 1. Impfung findet im Alter von 2 Monaten statt. Die Früherkennungsuntersuchung U4 ist eine gute Gelegenheit hierfür.3
  • Die 2. Impfung bekommen Säuglinge im Alter von 4 Monaten.3
  • Im Abstand von mindestens 6 Monaten erfolgt die 3. Impfung im Alter von 11 Monaten. Es bietet sich an, den Termin für die 3. Impfung mit der Früherkennungsuntersuchung U6 zu verbinden.3

Für enge Kontaktpersonen von Säuglingen empfiehlt die STIKO alle 10 Jahre eine Auffrischung der Impfung gegen Keuchhusten. Dazu zählen neben den Eltern und Geschwistern auch Betreuende, wie Tagesmütter und -väter, Babysitter:innen oder Großeltern. Hier ist die Impfung gegen Keuchhusten spätestens 4 Wochen vor der Geburt des Kindes angeraten. Wurde die Mutter vor der Geburt nicht mehr gegen Keuchhusten geimpft, wird empfohlen, dies in den ersten Tagen nach der Geburt nachzuholen.3

Wann ist eine Impfung gegen Keuchhusten aus beruflichen Gründen empfohlen?

Wenn Sie im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, wird eine Auffrischung der Impfung gegen Keuchhusten alle 10 Jahre empfohlen.3

Was bezahlt die Krankenkasse?

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG). Keuchhusten. Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Impfen schützt! Aktueller Stand: April 2022. Abrufbar unter: https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/keuchhusten/ [eingesehen am 21.07.2026].
  2. Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber Keuchhusten (Pertussis). Aktueller Stand: 05.08.2025. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Pertussis.html [eingesehen am 21.07.2026].
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2026. Epid Bull 2026;4:1-79.
  4. Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für  2024. Datenstand: 01.03.2025. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Infektionsepidemiologisches-Jahrbuch/infektionsepidemiologisches-jahrbuch-node.html [eingesehen am 21.07.2026].
  5. Robert Koch-Institut (RKI). Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten: 52. Woche 2025. Epid Bull 2026; 1: 11-13.
  6. Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impf­kommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. Anhang: Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten. Epid Bull 2026; 27: 1-4.
  7. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Mycoplasma pneumoniae Infection. Aktueller Stand: 18.05.2026. Abrufbar unter: https://www.cdc.gov/mycoplasma/about/index.html [eingesehen am 21.07.2026].
  8. Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber Chlamydiosen (Teil 2): Erkrankungen durch Chlamydia psittaci, Chlamydia pneumoniae und Simkania negevensis. Aktueller Stand Februar 2018. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Chlamydiosen_Teil2.html?nn=16777040 [eingesehen am 21.07.2026].
  9. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Schutzimpfungen nach § 20i Absatz 1 SGB V. (Schutzimpfungs-Richtlinie/SI-RL). Zuletzt geändert am 19.03.2026. In Kraft getreten am 28.04.2026. Abrufbar unter: https://www.g-ba.de/richtlinien/60/ [eingesehen am 21.07.2026].

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