HPV: Wissenslücken bei Frauen – Aufklärung muss früher ansetzen

HPV: Wissenslücken bei Frauen – Aufklärung muss früher ansetzen

HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und können in bestimmen Fällen gewisse HPV-bedingte Krebsarten verursachen. Dennoch zeigte eine Befragung: Das Wissen darüber war besonders bei jungen Frauen lückenhaft. Frühe Ansprache könnte das ändern!

Eine Patientin sitzt an einem Tisch und spricht mit einer Ärztin, die Notizen auf einem Klemmbrett macht. Beide sind einander zugewandt und wirken in ein konzentriertes Gespräch vertieft. Die Umgebung ist hell und freundlich mit einem Fenster und Pflanzen im Hintergrund

Etwa ein Drittel der 18- bis 19-jährigen befragten Frauen hatte noch nie von HPV gehört und nur etwa die Hälfte aller Befragten wusste, dass eine HPV-Infektion sexuell übertragbar ist. Gleichzeitig wurde die tatsächliche Verbreitung von HPV mit einer von den Befragten geschätzten Infektionsrate von 41 % deutlich unterschätzt.1 Denn tatsächlich infizieren sich die meisten sexuell aktiven Menschen mindestens einmal im Leben mit HPV.2
Die Ergebnisse stammen aus einer im Juni 2025 durchgeführten repräsentativen Befragung von 2.001 Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren in Deutschland, die in Kooperation mit der Roche Diagnostics Deutschland GmbH durchgeführt wurde und den Informationsstand, das Wissen und die Erfahrungen rund um HPV, HPV-Testung und HPV-Impfung untersucht hat.1

Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf einer quantitativen Online-Befragung von 2.001 Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren in Deutschland.1 Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 12. bis 24. Juni 2025 mittels standardisierter Online-Interviews (durchschnittliche Dauer ca. 20 Minuten) über ein Panel (Norstat).1 Die Stichprobe ist repräsentativ für die Zielpopulation und bildet unterschiedliche Altersgruppen, Bildungsniveaus sowie Versicherungsstatus ab.1 Ziel der Untersuchung war es, den Informationsstand, Einstellungen und Erfahrungen im Hinblick auf gynäkologische Vorsorge, HPV, HPV-Testung und HPV-Impfung systematisch zu erfassen und daraus evidenzbasierte Ansatzpunkte für Aufklärungsmaßnahmen abzuleiten.1

Diese Ergebnisse machten deutlich: Besonders junge Frauen waren beim Thema HPV nicht ausreichend informiert.1 Gleichzeitig fehlte es ihnen häufig an Risikobewusstsein: So hielt etwa ein Viertel der unter 20-Jährigen eine gynäkologische Vorsorge für „nicht notwendig“.1
Dennoch wurde die Bedeutung von Früherkennung und Maßnahmen zur Vorbeugung HPV-bedingter Erkrankungen insgesamt hoch eingeschätzt. Obwohl 79 % der Befragten diese als wichtig einstuften, gaben viele Frauen an, Termine im Alltag zu vergessen oder zu vermeiden.1

Mit der HPV-Impfung stehen Maßnahmen zur Verfügung, die zur Vorbeugung bestimmter HPV-bedingter Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs beitragen können.3 Darüber hinaus können Maßnahmen wie der Pap-Abstrich und der HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beitragen.3 Dennoch bestanden auch hier Informationsdefizite:1

  • Nur 15 % der Frauen fühlten sich gut oder sehr gut über den HPV-Test informiert, bei den unter 20-Jährigen waren es lediglich 3 %.
  • Dass die HPV-Impfung für Frauen und Männer relevant ist, war nur etwa der Hälfte bekannt.
  • Rund 50 % der Frauen, die nicht im Jugendalter geimpft wurden, wussten nicht, dass eine Impfung auch im Erwachsenenalter noch individuell sinnvoll sein kann.

Nur etwa jede zweite Frau (52 %) gab an, regelmäßig („immer“) an gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, bei den 18- bis 19-Jährigen etwa jede Dritte (32 %).1
Als häufige Gründe für das Ausbleiben wurden genannt:

  • Vergessen von Terminen (40 %)
  • Angst oder Unbehagen (32 %)
  • Zeitmangel (20 %)

Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist die Bedeutung der ärztlichen Kommunikation: Rund jede zweite Frau, die bisher keinen HPV-Test durchgeführt hat, gab an, dass sie nicht von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt aktiv auf das Thema angesprochen wurde.1
Dabei war die ärztliche Beratung bei 70 % der Befragten ein entscheidender Impuls, sich mit HPV-Testung und HPV-Impfung auseinanderzusetzen.1 Wird die HPV-Impfung aktiv angesprochen, führt das häufig auch zur tatsächlichen Impfung.1 Auch Informationen von der Krankenkasse, sowie Materialien in der Arztpraxis wurden als hilfreiche Unterstützung wahrgenommen.1

Balkendiagramm mit dem Titel „Hilfreiche Unterstützung [in %“ (Total n = 2001). Es zeigt, welche Informationsquellen als hilfreich empfunden wurden: 70 % nannten das direkte Ansprechen durch den Arzt, 55 % Informationen von der Krankenkasse und 52 % Informationsmaterial in der Arztpraxis.
Balkendiagramm mit dem Titel „Hilfreiche Unterstützung [in %“ (Total n = 2001). Es zeigt, welche Informationsquellen als hilfreich empfunden wurden: 70 % nannten das direkte Ansprechen durch den Arzt, 55 % Informationen von der Krankenkasse und 52 % Informationsmaterial in der Arztpraxis.

Ihre Praxis kann ihren Teil zur Aufklärung über HPV und die HPV-Impfung beitragen! Helfen Sie dabei, die Impfquoten zu verbessern und Immunisierungen nachzuholen, sodass mehr Frauen von einer Impfung zur Reduktion der Krankheitslast durch bestimmte HPV-bedingte Erkrankungen profitieren können.4,5 Sehen Sie sich daher unsere Maßnahmen-Liste an und machen Sie den Check!

  • Kontrollieren Sie regelmäßig den Impfstatus in den Patientenakten und markieren Sie fehlende HPV-Impfungen für das ärztliche Team.
  • Nutzen Sie jeden Patientenkontakt, um den HPV-Impfstatus zu prüfen oder anzusprechen.
  • Sprechen Sie insbesondere junge Patientinnen frühzeitig auf ihren HPV-Impfstatus an.
  • Sprechen Sie Patientinnen aktiv an, ob der HPV-Impfstatus bekannt oder vollständig ist.
  • Weisen Sie darauf hin, dass die HPV-Impfung auch im Erwachsenenalter möglich sein kann.
  • Halten Sie Informationsmaterial zur HPV-Impfung bereit – gedruckt oder digital – und geben Sie es gezielt weiter.
  • Bieten Sie aktiv Impftermine an, wenn eine Impflücke besteht – auch gleich im Anschluss an den Arztbesuch.

Abkürzungen

HPV: Humane Papillomviren 

Quellen

  1. Laienbefragung HPV-Testung und -Impfung“ von GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH: Juli 2025, n = 2.001. Auftraggeber: MSD Sharp & Dohme GmbH und Roche Diagnostics Deutschland GmbH. Abrufbar unter: https://www.roche.de/diagnostik/produkte-loesungen/umfrage-hpv-testung-und-impfung.
  2. RKI. RKI-Ratgeber Humane Papillomviren; Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 27/2018. Letzte Aktualisierungen: Dezember 2023 [abgerufen am 03.06.2026]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_HPV.html.
  3. Bundesministerium für Gesundheit. Verbesserte Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs; 2026 [abgerufen am 03.06.2026]. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/frueherkennung-vorsorge/frueherkennung-von-gebaermutterhalskrebs.html.
  4. Robert Koch-Institut (RKI). Ständige Impfkommission. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026 Epid Bull 2026;4:1- 79; 2026 [abgerufen am 03.06.2026]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2026/04_26.pdf?__blob=publicationFile.
  5. Robert Koch-Institut. Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu HPV-Impfung und HPV-Infektion; Stand: 29.05.2026 [abgerufen am 03.06.2026]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfen.html.

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