Masern

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Masern

Masern sind eine hochansteckende Virus-Erkrankung. Typisch sind Fieber, eine Entzündung der oberen Atemwege und ein charakteristischer Hautausschlag.1 Aufgrund der möglichen Komplikationen sind Masern keine harmlose Krankheit.2 Hier finden Sie Wissenswertes, auch zum Impfschutz!

Masern-Virus

Fakten zu Masern-Infektionen

  • Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten.3
  • Masern sind keine harmlose Kinder-Krankheit. Auch Jugendliche und Erwachsene können daran erkranken.4
  • Vor Einführung der Masern-Impfung im Jahr 1963 starben jährlich weltweit etwa 2,6 Millionen Menschen an den Masern.5
  • Allein zwischen 2000 und 2024 konnten der WHO zufolge durch die Masern-Impfung schätzungsweise weltweit rund 59 Millionen Menschenleben gerettet werden.5

Wie viele Menschen erkranken weltweit an Masern?

Masern kommen auf der ganzen Welt vor. Weltweit starben im Jahr 2022 etwa 136.000 Menschen daran. Am häufigsten betroffen waren Kinder unter 5 Jahren.3 Masern sind nach wie vor weit verbreitet, vor allem in Teilen Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Die überwiegende Mehrheit der Todesfälle durch Masern tritt in Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen oder schwacher Gesundheitsinfrastruktur auf, die Schwierigkeiten haben, alle Kinder mit Impfungen zu erreichen.5

Wie häufig sind Masern in Deutschland?

In Deutschland brechen Infektionsketten meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen wieder ab. Die größten Ausbrüche 2024 begannen durch das Einschleppen von Masern aus dem Ausland. Die Ausbrüche wurden meist zu Hause oder in Flüchtlingsunterkünften festgestellt. Es ist weiterhin wichtig, Lücken im Impfschutz insbesondere bei Personen, die nach Deutschland für längere Zeit einreisen, zu erkennen und so schnell wie möglich zu schließen.1

Welche Altersgruppen erkranken in Deutschland besonders häufig an Masern?

Im Vergleich zu anderen Altersgruppen erkranken Kinder unter 1 Jahr und 1-jährige Kinder besonders häufig an Masern.3 Rund 47 % der 2024 gemeldeten Fälle traten in der Altersgruppe der 0 – 9-Jährigen auf.1 Seit einigen Jahren nimmt der Anteil älterer Altersgruppen zu. Mittlerweile ist mehr als die Hälfte der an Masern Erkrankten älter als 15 Jahre. Etwa 20 % der Masern-Erkrankungen betreffen Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren.3

Wie kann man sich mit Masern anstecken?

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten des Menschen. Auch wer dem Masernvirus nur kurzzeitig ausgesetzt ist, infiziert sich mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 % mit Masern. Bei über 90 % der Infizierten, die nicht durch Impfungen oder eine durchgemachte Masern-Erkrankung geschützt sind, treten wahrnehmbare Symptome auf.3

Masern sind keine Kinderkrankheit

Eine Masern-Erkrankung beginnt mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und einem Ausschlag an der Mundschleimhaut, der durch kalkspritzerartige weiße Flecken (sogenannte Koplik-Flecken) gekennzeichnet ist. Am 2. – 4. Tag nach dem Auftreten der ersten Symptome entstehen die charakteristischen bräunlich-rosafarbenen Hautflecken, die in der Fachsprache als „makulopapulöses Masernexanthem“ bezeichnet werden. Diese Hautflecke treten als erstes im Gesicht und hinter den Ohren auf und bleiben 4 – 7 Tage bestehen. Beim Abklingen kommt es häufig zu einer Schuppung der Haut. Am 5. – 7. Erkrankungstag sinkt die Körpertemperatur.3

Wie genau erklärt man sich, dass nach einer Masern-Erkrankung ein erhöhtes Risiko für zusätzliche Infektionen bestehen kann?

  • Ungeimpfte Kinder verloren infolge einer Masern-Infektion bis zu 73 % ihres Antikörper-Repertoires.11 Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem genutzt werden, um Krankheitserreger abzuwehren.12 Nach der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) wurde ein solcher Effekt der „Immunamnesie“ hingegen nicht beobachtet. Das Antikörper-Repertoire baute sich nach einer Masern-Erkrankung wieder auf, wenn die Kinder erneut in Kontakt mit den Krankheitserregern kamen. Allerdings kann es möglicherweise Monate bis Jahre dauern, bis der frühere Immunschutz gegen alle wichtigen Krankheitserreger wiederhergestellt ist. In der Zwischenzeit besteht ein potenziell erhöhtes Risiko für andere Infektionskrankheiten.11
  • Durch eine Masern-Infektion veränderte sich die Vielfalt bestimmter Immunzellen. Diese Veränderungen blieben auch nach dem Abklingen der Masern-Erkrankung bestehen und beeinträchtigten den Immunschutz, der durch frühere Erkrankungen und Impfungen erworben wurde.10

Die Symptome, die bei einer Masern-Erkrankung auftreten, können mit anderen Erkrankungen wie Röteln, Ringelröteln und Scharlach verwechselt werden. Deswegen werden zum sicheren Nachweis der Masern Blutuntersuchungen durchgeführt. Außerdem kann das Erbgut des Virus unter anderem in Urinproben oder einem Rachen-Abstrich nachgewiesen werden.3

Wann werden Kinder gegen Masern geimpft?

  • Die 1. Impfung erfolgt im Alter von 11 Monaten, beispielsweise im Rahmen der U6 Vorsorgeuntersuchung, und die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten.
  • Dabei sollte jedoch ein Abstand von mindestens 4 Wochen zwischen der 1. und der 2. Impfung liegen.
  • Versäumte Impfungen der Grundimmunisierung können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.14

Die 1. MMR-Impfung kann unter bestimmten Umständen schon ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen:14

  • Bei einer bevorstehenden Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung wie beispielsweise eine Kita
  • Nach Kontakt zu Masern-Erkrankten

Sofern die 1. Impfung im Alter von 9 – 10 Monaten durchgeführt wurde, wird die 2. Impfung schon zu Beginn des 2. Lebensjahres verabreicht.14

Wann werden Erwachsene gegen Masern geimpft?

Eine einmalige MMR-Impfung mit Kombinationsimpfstoff wird als Standardimpfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen ab 18 Jahren empfohlen, die einen unklaren Impfstatus haben, keine Impfung oder nur eine Impfung in der Kindheit erhalten haben.14

Die zweimalige MMR-Impfung wird Personen empfohlen, die nach 1970 geboren und in den folgenden beruflichen Bereichen tätig sind (einschließlich Auszubildende, Praktikant:innen, ehrenamtlich Tätige und Studierende):14

  • Medizinische Einrichtungen inklusive Einrichtungen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe
  • Tätigkeiten mit Kontakt zu potenziell infektiösem Material
  • Pflegeeinrichtungen
  • Gemeinschaftseinrichtungen
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerber:innen, Ausreispflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedler:innen
  • Fach-, Berufs- und Hochschulen

Wie oft muss bei der berufsbedingten MMR-Impfung geimpft werden?

In Deutschland sind die Impfquoten nicht ausreichend hoch

Wer nicht gegen Masern geimpft ist, gefährdet hiermit nicht nur sich selbst, sondern auch andere Personen, die z. B. aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen nicht geimpft werden können.2 Das betrifft beispielsweise Säuglinge – im Normalfall werden Kinder erstmals im Alter von 11 Monaten gegen Masern geimpft.14

Im März 2020 wurde die Masern-Impfpflicht eingeführt

  • Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten; in der Regel auch Kinder, die von einer Kindertagespflegeperson betreut werden
  • Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind und nach 1970 geboren sind – z. B. Erzieher:innen, Lehrer:innen, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal
  • Asylbewerber:innen und Flüchtlinge 4 Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft2

Wie können Sie den Masern-Impfschutz nachweisen?

Was bezahlt die Krankenkasse?

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für2024. Datenstand: 01.03.2025. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Infektionsepidemiologisches-Jahrbuch/infektionsepidemiologisches-jahrbuch-node.html
    [eingesehen am 28.07.2026].
  2. Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Impflicht soll Kinder vor Masern schützen. Aktueller Stand: 23.06.2025. Abrufbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht.html [eingesehen am 10.08.2026].
  3. Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber Masern. Aktueller Stand 14.11.2024. Abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Masern.html [eingesehen am28.07.2026].
  4. Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Fragen und Antworten zum Thema Masern. Aktueller Stand:11.03.2025. Abrufbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/m/masern/faq-masern [eingesehen am28.07.2026].
  5. World Health Organization (WHO). Factsheet Measles. Aktueller Stand:15.07.2026. Abrufbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/measles [eingesehen am28.07.2026].
  6. World Health Organization (WHO). News release: Measles deaths down 88% since 2000, but cases surge. Aktueller Stand: 28.11.2025. Aufrufbar unter: https://www.who.int/news/item/28-11-2025-measles-deaths-down-88–since-2000–but-cases-surge [eingesehen am 31.07.2026].
  7. Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologie der Masern in Deutschland und Bewertung der Situation, März 2024. Epid Bull 2024;15:3-7.
  8. Robert Koch-Institut (RKI). Indikationsgerechte Verwendung eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im Gesundheitswesen, Januar 2026. Epid Bull 2026; 01: 1-14.
  9. Robert Koch-Institut (RKI). Pflege in Deutschland: Pflegebedürftigkeit und Situation informell Pflegender, Juli 2026. Epid Bull 2026; 31: 1-26.
  10. Petrova VN et al. Incomplete genetic reconstitution of B cell pools contributes to prolonged immunosuppression after measles. Sci Immunol. 2019;4(41). pii: eaay6125. DOI: 10.1126/sciimmunol.aay6125.
  11. Mina MJ et al. Measles virus infection diminishes preexisting antibodies that offer protection from other pathogens. Science. 2019;366(6465):599-606. DOI: 10.1126/science.aay6485.
  12. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das angeborene und das erworbene Immunsystem. Stand: 12.07.2023 [eingesehen am 29.07.2026]
  13. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Masern. Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Impfen schützt! Aktueller Stand: März 2024. Abrufbar unter: https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern/ [eingesehen am 29.07.2026].
  14. Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026. Epid Bull 2026;4:1-79.
  15. Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlung und wissenschaftliche Begründung für die Angleichung der beruflich indizierten Masern-Mumps-Röteln-(MMR-) und Varizellen-Impfung. Epid Bull 2020; 2: 1-12.
  16. Robert Koch-Institut (RKI). Impfquoten in Deutschland. Epid Bull 2025;50:3-19.
  17. Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA). Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Schutzimpfungen nach § 20i Absatz 1 SGB V. (Schutzimpfungs-Richtlinie/SI-RL). Zuletzt geändert am 19.03.2026. In Kraft getreten am 28.04.2026. Abrufbar unter: https://www.g-ba.de/richtlinien/60/ [eingesehen am 31.07.2026].

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