Nicht wegzudenken: Ihre Rolle als MFA im Impfalltag

Nicht wegzudenken: Ihre Rolle als MFA im Impfalltag

Bei der Impfung und anderen Vorsorgemaßnahmen spielen Sie als MFA eine wichtige Rolle.1 In der Arztpraxis sind Sie oft 1. Ansprechperson.2 Was Sie als MFA tun können, um somit die Betreuung Ihrer Patienten zu verbessern, lesen Sie hier.

Eine medizinische Fachangestellte sitzt lächelnd an einem Schreibtisch und unterhält sich mit einem Kind und einer Frau über Impfungen

Bei einer der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, der Impfung, spielen Sie als MFA eine entscheidende Rolle: Von der Erinnerung Impfpässe zur Prüfung mitzubringen, Identifikation von Impflücken, Informationen über ausstehende Impfungen und Motivation zur Impfung bis zur Injektion des Impfserums – Sie sorgen mit gutem Impfmanagement für einen reibungslosen Ablauf in Ihrer Praxis.3

Allround-Talente im Impfalltag

Die Patientenbetreuung durch Sie als MFA geht jedoch über das reine Verabreichen der Spritze hinaus: Patient:innen zur Inanspruchnahme von Impfmaßnahmen zu motivieren, darüber zu informieren und den Impfpass zu führen, gehört ebenfalls zu Ihren Aufgaben.1

Impftermine werden häufig verpasst oder vergessen. Das gaben rund 22 % der Befragten einer Repräsentativbefragung aus 2022 der ehemaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt BIÖG zu Einstellung, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen an.4 Daher kann ein gut etabliertes Impfmanagement Ihrer Arztpraxis einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Inanspruchnahme von Impfungen leisten.3

Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Impferinnerungen in der Arztpraxis: Die Ergebnisse einer weiteren Befragung der ehemaligen BZgA jetzt BIÖG aus dem Jahr 2020 zeigten, dass nahezu alle Eltern (92 %) bei dem Besuch ihres Arztes oder ihrer Ärztin an anstehende Impfungen erinnert werden. Nicht zu vernachlässigen in diesem Zusammenhang ist die Wahl des Kommunikationsinstruments bzw. -kanals.5

Die „Impferinnerung“ kann schriftlich, telefonisch oder per E-Mail erfolgen. Eine Einladung durch die Arztpraxis erfordert eine im Vorfeld ausgefüllte Einverständniserklärung inklusive Unterschrift.3 Initiierung und Pflege des Impferinnerungssystems kann von Ihnen übernommen werden.1

Durch ein Impferinnerungssystem können Sie zu einer umfangreichen Impfprophylaxe Ihrer Patient:innen beitragen. Durch Ihre Einbringung in das Impfmanagement können Sie somit nicht nur den Arzt oder die Ärztin entlasten, sondern auch Barrieren zugunsten einer Impfentscheidung überwinden.3

Das Thema Impfen wirft bei Patient:innen häufig Fragen auf. Die überwiegende Mehrheit der Eltern befürwortet Impfungen grundsätzlich.6 Obgleich in der Untersuchung der ehemaligen BZgA jetzt BIÖG im Jahr 2020 98 % aller Befragten angaben, sich am liebsten von einem Arzt oder einer Ärztin über Impfungen informieren zu lassen, hielten mehr als zwei Drittel das persönliche Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft für eine geeignete Möglichkeit, um sich über das Impfen zu informieren.5 Vor diesem Hintergrund können Sie als MFA in Ihrer beratenden und betreuenden Funktion auf die Patient:innen eingehen und damit im Impfalltag unterstützen.1

Als 1. Ansprechperson sind Sie Service- und Fachpersonal zugleich. Attribute wie Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Taktgefühl und Verschwiegenheit gegenüber Patient:innen sind wichtige Eignungsvoraussetzungen, die Sie für den Beruf der oder des medizinischen Fachangestellten mitbringen. Zudem werden Sie im Rahmen der Ausbildung auch intensiv für die Kommunikation mit Patient:innen geschult.2 Nicht nur, dass Sie Menschen mit erhöhtem Risiko für eine Infektion, wie beispielsweise Senioren, identifizieren können, auch das freundliche Ansprechen dieser Patient:innen und Hinweisen auf eine Kontrolle des Impfstatus kann somit zu Ihren Aufgaben als MFA gehören.1

MFA an vorderster Front

Wie die Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, stuft die Mehrheit der Bevölkerung Impfungen als wichtig ein, ist jedoch nicht ausreichend informiert, wenn es darum geht, gegen welche Erkrankungen wiederholt geimpft werden muss.5 Auch die überwiegende Mehrheit der Eltern zeigt sich in der Studie aus 2022 positiv gegenüber dem Thema Impfen.6 Diese positive Einstellung sowie Ihre fachliche Expertise als medizinische Fachkraft können der Arzt oder die Ärztin nutzen, um Ihren Patient:innen Informationen rund um das Thema Impfen zukommen zu lassen.1

Da Sie als medizinische Fachangestellte eine der größten Berufsgruppen im Gesundheitswesen darstellen7, können Sie eine wichtige Rolle beim Vermitteln gesundheitsrelevanter Informationen spielen2. So können Sie die Betreuung, Aufklärung und Beratung Ihrer Patient:innen rund um das Thema Impfen proaktiv gestalten und die Effektivität des Impfmanagements verbessern.1 Durch regelmäßige Schulungen können Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sicherstellen, dass Sie nicht nur zu den jeweiligen Indikationen auf dem neuesten Stand ist, sondern Sie werden auch darin bestärkt, Patient:innen zielgerichtet auf bestehende Impfempfehlungen hinzuweisen und den Impfstatus zu überprüfen.3 So profitieren nicht nur Ihre Patient:innen von Ihrer guten Ausbildung und einem effektiven Impfalltag, sondern auch Ihr Arzt und Ihre Ärztin.

Die Übertragung von mehr Verantwortung, beispielsweise für das Impfmanagement in Ihrer Praxis, ist ein Zeichen der Wertschätzung durch den Arzt oder die Ärztin Ihnen gegenüber für die täglich erbrachte Leistung sowie eine Motivation, sich engagiert für die Impfprophylaxe Ihrer Patient:innen einzusetzen.

Quellen

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006 (BGBl. I S. 1097).
  2. Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VmF). Berufswunsch: Medizinische/r Fachangestellte/r. Stand: 06/2023. https://www.vmf-online.de/mfa [eingesehen am 08.04.2026].
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Ständige Impfkommission: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026. Epid Bull 2026;4:1-79.
  4. Horstkötter N, Seefeld L, Müller U, Ommen O, Reckendrees B, Peter C, Stander V, Goecke M, Dietrich M (2022): Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2022 zum Infektionsschutz: Impfungen im Erwachsenenalter (Teilbericht 2). BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheilliche Aufklärung.
  5. Horstkötter N, Desrosiers J, Müller U, Ommen O, Reckendrees B, Seefeld L, Stander V, Goecke M, Dietrich M (2021): Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2020 zum Infektionsschutz. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  6. Horstkötter N, Seefeld L, Müller U, Ommen O, Reckendrees B, Peter C, Stander V, Goecke M, Dietrich M (2022): Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2022 zum Infektionsschutz: Impfungen im Kindesalter (Teilbericht 3). BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  7. Statistisches Bundesamt. Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Gesundheitspersonal 2026. Tabelle; GPR, Gesundheitspersonal nach Geschlecht, Beschäftigungsart und Beruf. https://www.gbe-bund.de/gbe/isgbe.archiv?p_indnr=97&p_archiv_id=7989155&p_sprache=D&p_action=A [eingesehen am 08.04.2026].

DE-NON-03582 04/26

Chat Support
How can we help you today?
Welcome! Click below to start a conversation with our support team.

We value your privacy. By continuing, you agree to our privacy policy.

Your chat conversation may be recorded for quality assurance purposes.